Katze

Worauf achte ich, wenn ich eine Katze nehme

 

Willst Du eine Katze kaufen oder bekommst eine geschenkt, so gibt es einige Tipps, worauf Du achten kannst:

Wie alt darf / soll das Tier sein?

Hier gilt das Gleiche, wie bei Hundewelpen. Und auch die Begründung ist dem sehr nahe. Unter 12 Wochen sollten Katzenbabys ihren Geschwistern und der Mutter nicht entzogen werden. Denn gerade in der siebten bis zur zwölften Lebenswoche lernen sie extrem viel Sozialverhalten.

Wird diese Phase zu früh unterbrochen, führst Du nicht nur dem Tier enormen Schaden zu – meist nämlich auch Dir selbst. Viel der “ach so süßen” Kätzchen- und Katzenverhalten können bei verfrühter Abnabelung zu teilweise extremen Verhaltensstörungen führen, welche manchmal erst im “Erwachsenenalter” beginnen – und dann keinen Bezug mehr zulassen zur Ursache.

Darfs ein Bisschen mehr sein?

Katzen sind Rudeltiere. Und während Hunde ihren Rudelersatz im Menschen finden, brauchen Katzen Umgang mit der eigenen Art. Von daher betrachtet bietet es sich unbedingt an, wenn es irgend wie möglich ist, lieber zwei Katzen zu holen, als nur eine.

Sie können dann ihr Sozialverhalten weiterhin untereinander entwickeln, und trotzdem den Mensch-Bezug herstellen. Du wirst sehen, Deine Freude an den Tieren wird eine mehrfach größere sein, als an nur einem Kätzchen.

Schon alleine das Zuschauen beim Spielen, welches bei zwei gleichaltrigen Tieren wesentlich ausgeprägter ist, als bei einem, wird Dein Herz mehr als doppelt erfreuen.

Und die kleinen Tiere danken es Dir dann ein Leben lang durch Ihren in der Kindheit erworbenen Schatz an zusätzlichen Sozialverhalten.

Sind die Kätzchen gesund?

Die Kätzchen solten einen gesunden Eindruck auf Dich machen. Achte auf die Augen. Diese sollten klar und nicht getrübt sein. Das Fell soll glänzend und unverschmiert sein und die Tiere sollten einen lebhaften Eindruck hinterlassen.

Welche veterinäre Versorgung?

Bereits der Züchter oder die abgebende Person muss dafür Vorsorge getroffen haben, und die Kätchen Grundimunisieren lassen. Das sind zwei Impfungen im Abstand hintereinander. Diese sind gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut (wichtig, falls es Freigänger werden sollten). Davor sollten die Kätzchen noch entwurmt worden sein.

Auch diese Vorgänge werden in den Tierdokumenten (Impfausweis) dokumentiert und vom Tierarzt bestätigt. Liegen keine Dokumente vor und sind die verbalen Informationen des Vorbesitzers nicht hundertprozentig glaubwürdig, so empfehlen wir von ALAMIO Dir dringend, mit den kleinen Tieren zu einer tierärztlichen Untersuchung zu gehen und eventuell – sollten die Veterinäre dies empfehlen – nachimpfen zu lassen und Wurmkuren nach zu holen.

Ein fürsorglicher und ordentlicher Tierarzt wird das Tier auch begutachten auf gesundheitliche Umstände, die nicht zwingend vorgesehen sind (wie zum Beispiel auf Milben im Ohr oder Ähnliches).

Der Vorbesitzer wird Dir seine von ihm ausgelegten medizinisch begründeten Vorsorgekosten im Allgemeinen weitergeben und Du solltest davon ausgehen, das weitere Kosten entstehen werden. So gesehen sind die kleinen Katzen auch Kostenfresser; Tierarztbesuche oder Tierklinikaufenthalte entstehen unvorangemeldet und verursachen unter Umständen gleich mehrere hundert Euro an Ausgaben. Darauf solltest Du unbedingt vorbereitet sein!

Vorbereitung

Auf jeden Fall: Fenster und Balkone sichern – auch wenn die Tiere später Freigänger werden sollen. Denn zunächst müssen sie an ihr neues zu Hause gewöhnt werden (das tun die innerhalb weniger Tage; übrigens auch später bei einem Umzug, also wenn sie schon größer sind).

Fliegengaze für die Fenster eignen sich da nicht; beim Spielen, im Übermut oder bei Panik sind auch Katzen mit wenigen Kilogramm wahre Wurfgeschosse, die so eine Gaze schnell zerfetzen. Am Besten im Internet informieren und im Fachhandel beraten lassen, was da die geeignetsten Produkte für Euch sein können.

Ebenfalls solltet Ihr darauf achten, alle spitzen und scharfen Gegenstände dem potentiellen Katzenzugriff zu entziehen. Da ist das wie mit kleinen Kindern. Auch die geraten überall dahin, woran wir Erwachsenen meist gar nicht denken. Also: höchste Aufmerksamkeit und ein Umdenken sind gute Ratgeber! Verbannt auch schwere Gegenstände, die umfallen (und ein Kätzchen erschlagen) könnten. Zum Beispiel große Vasen oder Ähnliches.

Heiße Flächen können durch geeignete Absperrungen den Katzen Schutz bieten. Und bringt den Katzen schnell bei, dass Stromkabel zum Durchbeißen nicht geeignet sind.

Ebenfalls wichtig: vorher die Räume noch einmal gut durchsaugen! Mit den Augen kaum sichtbare Gefahrenquellen (wie zum Beispiel Glassplitter oder kleine Plastikteile) werden dadurch beseitigt.

Katzenklos müssen angeschafft sein, am besten zwei gleich große, weil die kleinen Monster großes und kleines Geschäft gerne trennen und auch schnell wachsen.

Beschafft Trinknäpfe, die ihr niemals neben das Futter stellen dürft. Sie sollten in der Wohnung verteilt werden.

Wichtig ist auch ein Katzenbaum und/oder Kratzbretter. Katzenbäume gibt es in allen Arten und Preisklassen – oder ihr bastelt sie Euch selbst. Kauft Ihr einen, so ist nicht der teuerste der Beste (da gibt es ganz schön gegenteilige Erfahrungen!).

Was noch?

Gefährlich für Eure neuen Haustyrannen sind Kippfenster, Wollknäuel und Spielzeug mit langen Leinen oder Gummibändern. Mit letzteren strangulieren sich die Viecher gern.

Katzen sind Sklavenhalter. Das heißt, mit Eurer Unabhängigkeit ist es dann vorbei. Und Ihr solltet Euch früh auf Eure neue Abhängigkeit einstellen. Hunde haben Frauchen oder ein Herrchen, Katzen haben Personal. Zur Katzenhaltung gehört sehr viel Geduld! Aber auch eine gehörige Portion Verständnis für deren stark ausgeprägten eigenen Kopf (den sie auch meist umsetzen) und vielleicht eine kleine Portion Demut – Katzen sind nun mal Dominas.

Aber: habt Ihr das alles berücksichtigt, werdet Ihr mit den kleinen Pelzigen auch rasend viel Glück ins Haus bekommen!