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Worauf achte ich, wenn ich einen Hund nehme

Willst Du einen Hund kaufen oder bekommst einen geschenkt, so gibt es einige Tipps, worauf Du achten kannst:

Wie alt darf / soll das Tier sein?

Es gibt eine Tierschutz-Hundeverordnung (Bundesgesetz vom 2.Mai 2001). Demnach dürfen Welpen erst im Alter von mehr als 8 Wochen von ihrer Mutter getrennt werden. Davon gibt es zwar gesetzlich verankerte Ausnahmen. Aber auch wenn die Hundemutter nicht mehr lebt oder sich nicht mehr um die Jungen kümmert so ist gesetzlich verankert, dass die Welpenschar nicht getrennt wird. Und das hat gute Gründe.

Werden diese gesetzlichen Bestimmungen nicht beachtet, so kann das Geldstrafen bis zu 25.000 Euro nach sich ziehen. Die können den Abgabe-Halter ebenso treffen, wie den übernehmenden Halter.

Soweit zum Mindestalter nach dem Gesetz.

Die meisten Experten auf diesem Gebiet, Tierschützer, Forscher, Wissenschaftler aber auch die “ordentlichen” Züchter raten jedoch dringend dazu, Welpen frühestens in einem Alter von 12 Wochen von ihrer Geschwisterschaft zu trennen. Denn gerade in der Zeit zwischen der neunten und zwölften Woche finden für das Tier wichtige soziale Lernprozesse statt, welche nur durch den Verbleib in der eigenen Familie gewährleistet sind.

So erlernen Beispielsweise die Welpen in der Phase eine Beißhemmung spielerisch mit den Wurfgeschwistern und mit deren Mutter

Worauf muss ich bei der medizinischen Voruntersuchung achten?

Gerade Welpen bedürfen einer besonderen tiermedizinischen Aufmerksamkeit und Fürsorge, worum sich der Züchter oder Halter des Muttertieres zu kümmern hat.

Eine Impfpflicht für Hunde gibt es in Deutschland und Europa nur gegen Tollwut. Aber es gibt noch mehrere veterinäre sinnvolle Überlegungen, wie zum Beispiel Wurmkur oder Ähnliches. Grundsätzlich empfehlen wir, die Welpen mindestens zwei mal vom Tiermediziner untersuchen zu lassen, bevor sie weiter gegeben werden.

Früher war es üblich, Hunde jedes Jahr gegen verschiedene Krankheiten zu impfen (Tollwut, Staupe, Parvovirose, Parainfluenza, Hepatitis, Leptospirose). Dies ist nach heutiger Sicht höchstens dreijährlich zu wiederholen.

Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass auch Staupe und Parvovirose nach ordnungsgemäßer Grundimmunisierung in der 8., 12., 16. Lebenswoche und im 15. Lebensmonat) in einem dreijährigen Intervall zu impfen sind.

Einige Pharmaunternehmen garantieren für ihre Produkte mittler Weile einen dreijährigen Impfschutz.

Bei vielen älteren Hunden die schon mehrere Impfungen erhalten haben, ist die eigene Abwehr sehr gut ausgebildet Da muss nicht so häufig nachgeimpft werden. Willst Du jedoch mit dem Hund verreisen, so muss die Tollwutimpfung alle drei Jahre aufgefrischt werden!

Auf jeden Fall musst Du Dir von der abgebenden Stelle den Impfpass für Dein Welpen aushändigen lassen und darin selbst kontrollieren, on alle medizinischen Maßnahmen – auch zeitgerecht – durchgeführt wurden.

Chippen: ja oder nein?

Die früher (und heute immer noch) mögliche Auswahl zwischen tätowieren oder Chip einsetzen lassen bedarf in unserer digitalisierten Zeit und Welt keiner Diskussion mehr.

Der Chip wird dem Welpen üblicher Weise bei der ersten Impfung durch den Tierarzt genau so schmerzfrei eingesetzt, wie die Impfung selbst; Du hast dann mit etwa 30 Euro an zusätzlichen Kosten zu kalkulieren (+/- 5,00 Euro) – diese Kosten werden üblicher Weise vom verantwortungsvollen neuen Besitzer gerne übernommen.

Ein Chip hat den genialen Vorteil, bei jedem Tierarzt oder jeder Tierklinik ausgelesen werden zu können; ein Handelsmissbrauch wird auf diesem Weg zwar nicht ganz, aber doch größten Teils ausgeschlossen.

Übernimmst Du also ein Welpen, so bist Du gut beraten, auf eine erfolgte Chippung zu achten. Und ist diese noch nicht vorhanden (diese wird im Impfausweis mit Chip-Nummer vermerkt), so doch auf eigene Faust schnellst nachholen zu lassen.

Ist der Hund gechippt, dann melde ihn als erster Besitzer umgehend bei einer Organisation wie TASSO e.V an (www.Tasso.net). Die Anmeldung ist kostenlos ebenso wie der Ausweis und eine zusätzliche Hundemarke, die Dir mit der Post zugesandt werden. TASSO e.V. finanziert sich durch Spenden. Vorteil: rennt Dir der Hund weg, so kann jeder anhand der Marke TASSO anrufen und mit der TASSO-Kennnummer (die natürlich auf die Marke gestanzt ist) den Standort durchgeben; Tierärzte und -kliniken sind digital an das Informationssystem angeschlossen.

Langwierige, schwierige und oft auch Kosten produzierende Maßnahmen, die früher üblich waren, um ein gefundenes Tier wieder seinem Besitzer zurück zu führen, fallen damit weg. Und dass das funktioniert, haben die ALAMIO-Experten bereits positiv getestet!

Welpencharakter

Gut beraten bist Du für die Zukunft, wenn Du Dir umfangreich Zeit nimmst, um Deinen neuen Liebling kennen zu lernen – beziehungsweise ihn auszuwählen. Auch kleine Hunde haben bereits ihre persönlichen Charakterzüge und dass ihr zusammen passt und miteinander harmoniert, ist überhaupt keine Selbstverständlichkeit.

Bitte daher die abgebende Stelle darum, dir etwas Zeit mit dem Welpen zu gewähren. Dabei kannst Du Dich mit ihm beschäftigen, mit ihm sprechen, seine Bewegungen und Aufmerksamkeiten beobachten. Und feststellen, ob ihr zwei füreinander geeignet sein. Es gilt: ihr solltet euch “riechen können”!

Auch ein Züchter muss Dir diese Bitte gewähren. Und tut er es nicht, dann solltest Du wohl überlegen, ob Du von DEM ein Welpen überhaupt nehmen solltest.

Schwieriger wird es da schon mit den so genannten Auslandshunden aber auch mit Tieren aus dem Tierheim. Der Verfasser selbst hatte einmal einen Hund aus einem Tierheim; übernommen im Alter von etwa acht Lebensmonaten. Nicht genügend Zeit genommen, um eine gemeinsame Charaktereignung zu testen und schlecht über die Herkunft des Tieres informiert, musste der Hund mit etwa zweieinhalb Jahren eingeschläfert werden. Er war voll aggressiv geworden und hätte jeden angefallen – auch seinen Besitzer. Guten Gewissens hätte der Hund nicht mehr weiter gegeben werden können. Man muss nicht glauben, dass das für den Hund wie für dessen Besitzer qualvoll war und hätte unter Umständen vermieden werden können.